Protest und Anpassung im Jahr 1968
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Ein Geschichtsprojekt von zwei Schulklassen
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Mode und Musik
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DER Prager Frühling Inspiriert vom Prager Frühling - Leipzig  

Leipzig galt damals als eines der Zentren der Auswirkungen des Prager Frühlings.

Rebellion junger Leipziger Intellektueller gegen die erstarrte marxistische Ideologie der Alten

Das Gedicht „Sozialistischer Biedermeier“ von Kurt Bartsch (Berliner Schriftsteller, geb. 1937) nimmt die Spießigkeit der Erwachsenen aufs Korn, die sich mit roter Fahne am Küchenfenster und Teppich auf dem Klo eingerichtet haben.
Dies wird durch den Vers „Einmal in der Woche Linsen, dafür Sekt zum Abendbrot“ gezeigt.

Der Gegensatz gipfelt in der Behauptung „Immer eine Schippe ziehen, doch zur Schippe greifen nie!“. Hier drückt der Verfasser aus: die Erwachsenen kritisieren die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, setzen sich jedoch nicht für eine Verbesserung der Umstände ein. Der junge Lyriker spricht für eine Jugend, die im Gegensatz zu der älteren Generation Veränderungen verlangt und den Willen dazu hat, diese durchzusetzen.
Der Leipziger Student Peter Wulkau (s. Zeitzeugengespräch) trägt am 16. Oktober 1969 dieses Gedicht einer Bekannten vor.

Er ist nicht der Einzige, der in Leipzig sein Unwohlsein über den erstarrten Sozialismus ausdrückt. Inspiriert vom Prager Frühling gibt es in mehreren Gruppen Proteste und Aktionen. Zum Beispiel: Drei Staatsbürgerkunde- und Geschichtsstudenten haben im Juni 1968 Bücher, Schallplatten und Zeitungen aus Prag in die DDR geschmuggelt. Einer von ihnen war Uwe Bott. Nach der Abnahme der verbotenen Ware erklärte er, dass er Freunde zum Protest auffordern würde. Daraufhin wurde er exmatrikuliert.

Weitere Studenten wurden am Leipziger Literaturinstitut exmatrikuliert:
Im Sommer 1968 versammelte sich auf einem Leipziger See eine Gruppe junger Schriftsteller, ein literarischer Kreis um Siegmar Faust. Sie formulierten ein Manifest mit den Ideen des Prager Frühlings und versprachen sich ideologische Unabhängigkeit. Später wurde Faust aus Leipzig verwiesen, ein anderes Mitglieder verhaftet.(Quelle: vgl. Ehrhart Neubert, Geschichte der Opposition der DDR 1949-1989, Bundeszentrale für politische Bildung 2000, S. 164 u. 168)


Auch Peter Wulkau beteiligte sich aktiv an Protesten und Widerständen. Mit anderen demonstrierte er gegen die Sprengung der Universitätskirche. Diese mittelalterliche Klosterkirche war nach dem 2. Weltkrieg zu einem wichtigen kulturellen und geistlichen Zentrum geworden.

Im Mai 1968 hat das Politbüro des ZK der SED unter Vorsitz von Walter Ulbricht den Bebauungsplan des Leipziger Karl-Marx-Platzes bestätigt und dabei die Zerstörung der Paulinerkirche beschlossen.
Nach der Zustimmung erst des Senates der Universität am 16. Mai, dann der Leipziger Stadtverordnetenversammlung am 23. Mai wurde die alte Leipziger Universitätskirche am 30. Mai 1968 trotz der zahlreichen Proteste gesprengt.

Unser Zeitzeuge Peter Wulkau sah zu, wie der Organist Rotzsch, der sich unmittelbar vor der Sprengung in die Kirche eingeschlossen hatte, von Sicherheitskräften gewaltsam heraus getragen wurde.
Für einen Wiederaufbau der Kirche ist er trotzdem nicht: „Man kann Ruinen nicht zum Leben erwecken.“

Der Schlussstrich des Organisten
Leipziger Volkszeitung | PDF 420 KB

Prager Frühling
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