| Dr.
Hellmut Brunn, „Linksanwalt“
Frankfurt a. M.
Geboren am 1. März 1945, zur Zeit der angeblichen Stunde
Null Deutschlands; aufgewachsen ohne Vater, (der im Krieg
blieb), in evangelisch-klein-bürgerlichem Milieu in
einem Arbeiter-Vorort von Mainz, Humanistischem
Gymnasium, aktiv in der ev. Gemeindejugend, um sofort nach
Abitur 1964 nach Westberlin aufzubrechen
zum Studium der Politologie am Otto-Suhr-Institut der FU
Berlin (Professoren: Fraenkel, R. Löwenthal, Sontheimer,
Flechtheim); Eintritt in „Sozialdemokratischen Hochschulbund“
und SPD (später in Distanz wegen deren Zustimmung zu
Notstandsgesetzen); 1966/67 drei Semester Studium in Marburg
(bei Prof. Abendroth), Rückkehr nach Berlin; dort aktiv
in Studentenbewegung, November 1968 Diplom-Politologe, Lagerarbeiter
bei IBM in Mainz, April 1969 Jura-Studium in München,
dort Eintritt in den „Arbeitskreis Kritischer Juristen“,
der sich fast geschlossen in Rote Zelle Jura (Rotzjur) wandelt,
Sommer 1972 1. juristisches Staatsexamen, Wechsel nach Frankfurt
am Main: journalistische praktische Ausbildung
bei „Offenbach Post“ und Hessischem Rundfunk,
1974 Heirat, Referendariat in Frankfurt, dort ab 1. April
1975 Aufbau eines linken Anwaltsbüros, Teilnahme an
fast allen seit Februar 1976 stattfindenden „Nationalen
Treffen“ sowie „Regionalen Treffen“ linker
Anwälte; 1977: 2. juristisches Staatsexamen, 1978 Übernahme
eines RAF-Mandates; beteiligt am Aufbau des im Februar 1979
gegründeten „Republikanischen Anwaltsvereins“
(RAV); ab 1984 gelegentliche Tätigkeit in Ländern
der 3. Welt (Afrika und Asien) als speziell ausgebildeter
Moderator für Projekt-Konferenzen der „Gesellschaft
für Technische Zusammenarbeit“(GTZ) sowie Gutachter,
1985 Umzug mit Familie (2 Kinder geb. 1975 und 1982) nach
Pisa/Toskana; ab Sommer 1987 bis November
1988 Mitarbeit in zur Durch-führung von 3. Welt-Projekten
gegründeten Tochter-Gesellschaft einer Essener Consulting-Firma
in Eschborn, hierzu Rückkehr nach Kronberg/Taunus;
seitdem dort tätig als Einzel-Rechtsanwalt –
ab 2000 in Frankfurt am Main.
|
Dr.
Peter Wulkau, Publizist, Dozent in der politischen Erwachsenenbildung
Berlin
21.12.1947 geboren in Magdeburg, wächst bei seinem
Großvater auf, sein Vater flüchtet 1951 aus politischen
Gründen nach Westberlin, Schulbesuch in Magdeburg,
Facharbeiter mit Abitur.
Bewerbung für Psychologie, wird 1967 an der Karl-Marx-Universität
in Leipzig für Marxismus-Leninismus/Wissenschaftlicher
Sozialismus immatrikuliert (Lehrer für Staatsbürgerkunde)
und Mai 1970 exmatrikuliert (Unwürdigkeit wegen revisionistischer
Anschauungen)
Für ihn einschneidendes politisches Ereignis: Niederschlagung
des „Prager Frühlings“ durch die militärische
Invasion der Warschauer Paktstaaten in die Tschechoslowakei.
In diesem Zusammenhang verdeckte „Bearbeitung“
durch das MfS: Operativ-Vorgang „Revisionist“
gegen 11 Personen nach § 220 StGB „Öffentliche
Herabwürdigung“ (12.12.68-7.1.74)
Durch eine Mitstudentin (IM „Janette“) wird
der Student als politisch unkonform denunziert. Das MfS
ist ihm als vermeintlichem Anführer einer „revisionistischen
Gruppe“ auf den Fersen, vermeidet aber dessen Inhaftierung
z.B. wegen Fluchthilfe aufgrund geheimdienstlicher Erwägungen.
Odyssee, erneut zum Studium zugelassen zu werden, was ihm
wegen mangelnder „politischer Reife“ betrieblich
verweigert wird. Er arbeitet in verschiedenen Betrieben
und Berufen.
1971 Heirat seiner Frau Christine, Geburt der Tochter Antje,
6.12.71 erstes Wiedersehen mit dem Vater, 1974 Rückkehr
mit Frau und Kind nach Magdeburg.
Verdeckte „Beobachtung“ durch das MfS: Operative
Personenkontrolle „Kreis“ wegen Arbeitskreis
Marxismus innerhalb der Evangelischen Studentengemeinde
(ESG)
Die Familie stellt mehrere Ausreiseanträge.
Er beauftragt einen Indonesier, ein früherer Arbeitskollege
(IMV „Anton“) das Manuskript eines Buches von
ihm in den Westen zu schmuggeln.
Zunächst bemüht sich das MfS darum, dass er sein
Manuskript fertig schreibt und über „Anton“
in den Westen schaffen lässt, um den IM nicht zu enttarnen.
Konspirativ wird das Manuskript kopiert und als hetzerisch
eingestuft. Weil der Verfasser noch unbekannt ist, wird
taktisch entschieden, ihn wegen eines Zollvergehens zu vernehmen
und „zufällig“ sein Manuskript zu finden.
Untersuchungshaft (vom 8.3. bis 18.7.1978) Verhöre
durch Hauptmann Lewerenz (Untersuchungsführer), um
Peter Wulkau ein Geständnis abzuringen.
Urteil: Am 19., 20. und 26.9.1978 Hauptverhandlung am Bezirksgericht
Magdeburg: Urteilsspruch zu 4 Jahren und 6 Monaten wegen
§ 106 (Rechtskräftig am 25.10.1978)
Strafhaft in Cottbus bis 3.12.1979; vorzeitige Haftentlassung
wegen Amnestie nach Magdeburg; verdeckte „Beobachtung“
durch das MfS: OPK „Kreis“ bis zur Ausreise
am 28.6.1981.
Teilrehabilitierung 1981 und voll rehabilitiert 1992
Heute arbeitet Dr. Peter Wulkau bei einem Bildungsträger
in Berlin.
|
Rainer
Langhans, Autor, Filmemacher
München
Rainer Langhans, geb. 19. Juni 1940 in Oschersleben, ist vor
allem für seine Mitgliedschaft in der Kommune 1 bekannt
und stellt eine Symbolfigur der 68er-Bewegung und der Spontis
dar.
Er wuchs in Jena als Sohn eines Ingenieurs auf und erlangte
1961 das Abitur. Von 1961 bis 1962 leistete er seinen Grundwehrdienst
bei der Bundeswehr ab und begann danach an der Freien Universität
Berlin Psychologie zu studieren. Während dieser Zeit
kam Langhans mit der Studentenbewegung in Berührung.
Da sich dieses Milieu später in verschiedene Richtungen
ausdifferenzierte, von denen eine in den Terrorismus der RAF
führte, ist Langhans bis heute eine umstrittene Person,
die Ende der 60er Jahre auch mit dem Gesetz in Konflikt kam.
Allerdings hatten diese Gesetzesübertretungen bei ihm
stets den Charakter komödiantischer und klamaukhafter
Aktionen, die darauf zielten, die herrschende gesellschaftliche
Ordnung kritisch in Frage zu stellen, sie aber nicht auf militante
Weise zu bekämpfen.
Ein Beispiel hierfür ist das „Pudding-Attentat“,
das Langhans und andere anlässlich des Besuchs des US-Vizepräsidenten
Hubert H. Humphrey geplant hatten: Als Zeichen des Protests
gegen den Vietnamkrieg sollte der US-Politiker mit Pudding
beworfen werden. Das Attentat blieb unausgeführt, da
die Kommune 1 damals unter Beobachtung des Berliner Verfassungsschutzes
stand und Langhans vorbeugend in Arrest genommen wurde. Die
Bild-Zeitung titelte damals: „Geplant: Berlin - Bombenanschlag
auf US-Vizepräsidenten“.
Langhans war eine Zeit lang der Freund des Fotomodells Uschi
Obermaier, die zeitweilig ebenfalls in der Kommune 1 lebte.
Noch immer vertritt er sein Postulat, dass das Private das
eigentlich Politische sei und hat sich zusätzlich spirituell-esoterischen
Inhalten zugewandt.
Langhans lebt heute in München, mit fünf Frauen
in einer als sozialem Experiment aufgefassten Lebensgemeinschaft,
die er provokativ als „Harem“ bezeichnet. Anders
als in einem orientalischen Harem haben die Mitglieder der
Gruppe jeweils eigene Wohnungen, die Frauen führen außerdem
teilweise weitere Beziehungen.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Langhans
|